Kaum ein Tag zieht ins Land, an dem ich nicht Zeuge irgendeines Manövers in Richtung Purpose werde. Ich bin ja selbst einer der Evangelisten der Sinnzentrierung, vor allem dann, wenn es um Arbeit, Wirtschaft, Unternehmen & Marken geht. In diesem Kosmos treffen sich nun mal die meisten Menschen, verbringen dort als Mitspieler aktiv und/oder passiv einen beträchtlichen Teil ihrer Lebenszeit. Dort wird mit dem größten Druck, den mächtigsten Budgets und dem höchsten Impact kommuniziert. Wirtschaft, beginnend bei Schule und Ausbildung, ist der wirkungsstärkste Narrativ-Generator unserer Zeit.
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Mit Betonung, versteht sich.
Ach, Purpose. Ein Modewort, Buzzword und Marketinggag vielfach, Worthülse und Quatschvokabel. Und dabei lebenswichtig! Vorausgesetzt, man versteht Kontext und Bedeutung, erkennt, worum es wirklich geht. So viel sei hier bereits gespoilert: es geht um weit mehr als um deinen Purpose, es geht auch um viel mehr als das berühmte Warum, das strahlende Why, um das sich angeblich alles dreht. Die Wurzel liegt viel tiefer.
Damit endlich entsteht, was entstehen soll, müssen wir die Kreise deutlich weiter ziehen, als sie im von Simon Sinek beschriebenen allgegenwärtigen Golden Circle gezeichnet sind. Sonst erblüht nicht, was gemeint und gewollt ist von allen, die ihren Purpose suchen. Sie finden sonst nur so etwas Ähnliches und werden bald neuerlich ratlos vor den Dingen des Lebens stehen, mit enttäuschtem Blick auf ihre welken Werke.
Es geht bitte unbedingt auch um noch viel mehr als um jene Programme, die allerlei Lebensglück verheißen, wenn man denn nur an sich selbst glaubt, sich morgens im Spiegel anlächelt und endlich das tut, was man liebt (und einen entsprechenden Onlinekurs zur Anleitung bucht).
Was Vergnügen bedeutet und was es nicht heilt.
Ginge es nämlich darum, dass das Seelenheil gesundet, indem man tut, was man gerne tut – Koks, Pizza, Alkohol, TikTok und Netflix hätten längst Einzug in die Liste der Naturheilmittel gefunden. Haben sie aber nicht, eher im Gegenteil. Denn, wie sagte uns Prof. Viktor E. Frankl bereits vor vielen Jahren: „Wenn ein Mensch keinen tiefen Sinn findet, lenkt er sich mit Vergnügen ab.“ Was das sein kann? Siehe oben, ergänzt um Sportexzesse, Aggressivität, Shoppingsucht und derlei mehr. Was Vergnügen bedeutet, ist so verschieden wie es die Geschmäcker sind, und ähnlich verirrt obendrein.
Die einzige echte Mangelware unserer Zeit.
Die Sehnsucht nach Purpose ist riesengroß und wächst explosiv. Das zeigt einerseits der Umstand, dass so viel darüber gesprochen wird, was ja nur mit einer enormen Nachfrage zu erklären ist. Denn auch jeder Trend, jede Mode entsteht nur dann, wenn es etwas gibt, das viele interessiert, dringend haben wollen, gut finden und weitertragen, weil sie damit gleichzeitig etwas über sich selbst erzählen und herausfinden. Das gilt für Profanitäten wie Modeaccessoires, die alle haben müssen, paradoxerweise um ihre Individualität zu demonstrieren, Sprach-Nervigkeiten wie die Seuche, keinen Satz bilden zu können, in dem nicht mindestens ein- zweimal das Wort „genau“ vorkommt, damit man seine Szene-Zugehörigkeit unter Beweis stellt, und eben auch für gesellschaftliche Entwicklungen, die positiv oder negativ ihre Wellen schlagen.
Je knapper das Gut, desto höher ist bekanntlich die Begehrlichkeit. Etwas, das jeder will wie Tickets für Oasis oder die Royal Pop von Swatch. Und dann eben die einzige echte Mangelware unserer Zeit, etwas, das wir alle brauchen: Purpose. Sinn im Tun, Sinn fürs Leben, Antwort auf die Frage: Warum bin ich da?
Immer wieder und ohne Ausnahme springt mir der Mangelwaren-Status von Purpose ins Gesicht, wenn ich nach einer meiner Keynotes über Sinnzentrierte Narrative und wie sie uns stark machen als Menschen, Unternehmen und Gesellschaft die Reaktionen des Publikums live, in Nachrichten und Postings erlebe. Es ist, als würde man offene Türen einrennen, in eine innere Kammer hinein, von denen viele nicht wussten, dass sie eine solche haben, und nun plötzlich spüren, was da in ihnen zieht und sticht und schmerzt und pfeift und knirscht. Das existenzielle Vakuum.
Eigentlich ist ja alles gut (wenn man einmal vom Zustand der Welt absieht), aber irgendwie fehlt irgendwas. Es funktioniert, man funktioniert, aber nichts funkt und funkelt. Die meisten stehen in einer Partnerschaft mit sich selbst, so wie man sie von den sprichwörtlichen alten Ehepaaren kennt. Man lebt zusammen, aber die Tinder-Profile würden garantiert nicht matchen. Nicht mehr, denn man hat sich aus den Augen verloren. Sich selbst. Sein Selbst, das man doch irgendwann einmal verwirklichen wollte, oder?
Der Warmhaltebehälter für Lebensleid.
Ähnliches geschieht in den Unternehmen, an den Arbeitsplätzen, die in großem Stil ja häufig nur noch als Warmhaltebehälter für Lebensleid taugen. Auch hier funktioniert man, erledigt man, arbeitet ab, denkt mitunter darüber nach, wie man sich das Leben mit KI-Tools leichter machen kann, solange halt noch, bis man dank eines KI-Tools überhaupt um seinen Arbeitsplatz erleichtert wird, geht am Donnerstag zur Druckbetankung mit Hochprozentigem beim Afterwork und am Freitag ins Home Office.
Wenn die kursierenden Zahlen nur annähernd stimmen, dass magere 15 Prozent der Menschen in Arbeitsverhältnissen einen inneren Bezug zu ihrer Arbeit haben, der riesige Rest nur noch Dienst nach Vorschrift macht oder längst innerlich gekündigt hat, ja 25 Prozent der Leute sogar offensiv gegen den eigenen Arbeitgeber arbeitet, weil sie ihn so beschissen finden, dann ist es kein großes Wunder, dass die Zahl der psychisch Erkrankten explodiert. Bereits 11,4 Prozent der Krankenstandstage entstehen durch psychische Probleme, der Schaden durch innere Kündigung wird auf 105 Milliarden Dollar geschätzt, liest man.
Vom Warum zum Wofür: der entscheidende Schritt.
Es ist dann auch alles andere als verwunderlich, dass die Suche nach Purpose, die latente wenigstens, immer mehr Menschen erfasst. Die Menschen wollen endlich wieder wissen, warum sie da sind. Besser noch: wofür sie da sind. Das ist das Stichwort. Es geht nicht nur ums Warum, es geht um mehr. Wer sein Warum gefunden hat, ist auf dem guten Weg, gebraucht wird das Wofür.
Warum? Dafür: Das Warum zielt in aller Regel (wie jede Regel durch Ausnahmen bestätigt) in die Vergangenheit, auf einen Schmerzpunkt und auf sich selbst. Dagegen gibt es nichts zu sagen. Das ist sogar der einzig richtige Anfang, aber eben nicht mehr. Ausnahmslos jede Verwandlung beginnt mit einer Unbalance: Schmerz, Wunsch, Leid, Ruf, Katastrophe, Hoffnung.
Etwas ist nicht mehr so wie gewohnt, oder das Gewohnte ist nicht mehr gut. Wenn diese Unbalance hinreichend unangenehm ist, der Schmerz groß genug, bewegen wir uns aus unserer gewohnten Welt heraus, kommen in Bewegung, suchen das Neue jenseits des sicheren Terrains. Wir begeben uns in die unbekannten, unsicheren Gefilde des Neuen. Dieser Treibsatz raus aus der alten Welt ist das Warum, der Purpose. Er bringt uns in Bewegung, setzt die Heldenreise in Gang.
Für die einen ist das das brennende Interesse an einer Sache, das man in eine Ausbildung und schließlich in einen Beruf verwandelt. Für andere ist es ein erstrebenswertes Körperbild von sich selbst, das man mit Diäten, Sport und segensreichen Helfern aus der Hausapotheke von Frau Dr. Anna Bolika verwirklichen will. Wieder andere verschreiben sich dem Ziel, die besten Eltern der Welt zu sein und machen deshalb alles diametral gegensätzlich zu dem, wie sie es selbst als Kinder erlebt haben. Andere wiederum können bei Tierleid nicht länger wegschauen, gehen für die Umwelt auf die Straße oder engagieren sich in der Kommunalpolitik, weil sonst niemand was tut. Oder sie spielen Schach im Verein, Theater auf der Schulbühne, Tuba in der Musikkapelle.
Ein Vakuum füllt man nicht mit Außenarbeiten.
Ähnlich verhält es sich mit der Wirtschaft. Die Mehrzahl der Unternehmen wurde zwar auf der Basis einer Geschäftsidee gegründet, also aus wirtschaftlichem Antrieb, viele jedoch, um ein Problem zu lösen, immer mehr, um einen gesellschaftlichen Missstand mit unternehmerischen Mitteln zu beheben. Während die Letzteren schon aus einem Purpose heraus entstanden, begibt man sich in der großen Gruppe der Profit-getriebenen Unternehmen immer häufiger auf die Suche nach dem Warum, weil man dort spürt und sogar schon versteht, dass sich Erfolg zwar auf den ersten Blick in schillernden Quartalszahlen, Wachstumsraten und Gewinnausschüttungen manifestiert, immer öfter aber das Gefühl entsteht, das Koks, Pizza, Alkohol, TikTok und Netflix hinterlassen. Man will immer mehr, fühlt aber, dass das niemals reicht. Genug ist nie genug, in keiner Menge. Denn ein Vakuum füllt man nicht mit Außenarbeiten.
Das Standardwerk dazu verfasste Maximilian Glanz unter dem Titel Woran es liegt, dass der Einzelne sich nicht wohlfühlt, obwohl es uns allen so gut geht. So real das klingt, so fiktional sind Werk und Autor, beide der Feder des famosen Helmut Dietl entronnen und in der TV-Serie Der ganz normale Wahnsinn zu betrachten. Ist das nicht die perfekte Überschrift für unsere Zeit? Ich fürchte allerdings, der „… obwohl es uns allen so gut geht“-Teil wird nicht mehr allzu lange Bestand haben. Für alle Fälle gibt es bereits heute Ersatz, und zwar ein reales Werk von Prof. Michael Lehofer: Zu viel von allem und zu wenig vom Richtigen, mit einem kleingedruckten Spoiler auf der Titelseite: Begegnung · Lebendigkeit · Liebe.
Unsere Zivilisation hat sich längst in einer Zuvielisation aufgelöst. Zu laut, zu viel, zu schnell, zu gleichzeitig, zu … zu … zu … Aus jeder Fuge unserer brüchigen Zeit quietscht uns ein „Kauf mich!“ entgegen, der Lockruf, der uns im Salto Rückwärts in die Zeit vor der Aufklärung schleudert. Immanuel Kant sprach vor knapp 250 Jahren über die selbstverschuldete Unmündigkeit. Tyler Durden formulierte es in Fight Club so: „… the things you used to own, now they own you.“ Wir kaufen uns mit Geld, das wir nicht haben, Sachen, die wir nicht brauchen, um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht mögen. Viele sehen sich in dieser Gruppe selbst. Was das bedeuten muss: siehe oben.
Vom Why zum Wow! und weiter zur Wirkung.
Der gefundene Purpose, das Warum, ist der Lichtstrahl, dem wir folgen können, die Erkundungsreise, der Verwandlungsweg, hat an dieser Stelle aber erst begonnen. Damit aus dem Purpose ein echtes Anliegen wird und sich das entfaltet, was uns wirklich stark macht als Menschen, Unternehmen und Gesellschaft, braucht es mehr. Ein Wofür und ein Für wen. Daraus erst entstehen die tragenden Kräfte, die uns den Sinn des Ganzen erleben und verwirklichen lassen in Gedanken, Worten und Werken.
Wir Menschen sind immer auf jemanden bezogen, das Ich braucht ein Du, um sich nicht zum Ego aufzuplustern und so wiederum frustriert in sich selbst zu verkümmern. Wir brauchen einen Kompass, dessen Nadel über unseren eigenen Erfolg, über unsere Selbstverwirklichung hinauszeigt. Dorthin, wo Erfolg kein Ziel, sondern eine Folge ist, eben deshalb Erfolg heißt, weil er folgt. Und zwar dem wohlwollenden, integren, authentischen Handeln, für …
Wer sein Warum ins Wofür und Für wen übertragen kann, entdeckt konsequent, dass im berühmten Golden Circle das Wie und das Was nicht alles sein können.
Im Was – also dem konkreten Angebot an Produkten und Dienstleistungen – steckt noch weiteres Potenzial. Denn exzellente Produkte und Dienstleistungen, die das greifbare Ergebnis eines umgesetzten relevanten Anliegens sind, erfüllen einerseits perfekt ihren Zweck und lösen andrerseits Begeisterung aus. Die Menschen sagen Wow!, wollen selbst Teil dieses Anliegens sein, dieser Gemeinschaft Gleichgesinnter angehören und die Begeisterung weitertragen. Sie betreten gemeinsam mit der Marke den nächsten, den entscheidenden Kreis des Narrativs: den Wirkungskreis.
Die Heldenreise als Bauplan für Sinnverwirklichung.
Vom Why zum Wow! und weiter zur Wirkung. Erinnert uns das nicht frappant an das Modell der Heldenreise, an jene innere mythologische Dynamik, die jeder echten Story, also jedem Wert-zentrierten Narrativ einer Verwandlung innewohnt?
Zur Erinnerung: Ein Mensch bricht notgedrungen aus einer schmerzlichen Situation aus seiner altbekannten Welt auf (Warum), zieht ins unbekannte Land voller Bewährungsproben, die er in seiner Art schließlich besteht (Wie), bekommt ein Elixier (Was) und kehrt damit in die alte Welt zurück, in der er zur Begeisterung (Wow!) seiner Mitbewohner (Für wen) mithilfe dieses Elixiers die alte Welt verbessert (Wirkung und Wofür).
Die Aufgabe ist erfüllt, die Aufgabe erfüllt. Das ist weit mehr als erledigte Arbeit, das ist ein verwirklichtes Anliegen, das so heißt, weil es dabei um eine wichtige Aufgabe geht, die anliegt und es an uns liegt, dass sie erfüllt wird. So entsteht Sinnverwirklichung, so entsteht Sinnerleben. So entsteht Gelingen. Wir gelingen uns selbst als Menschen, Teams, Unternehmen und Gesellschaft, weil wir uns im entdeckenden Lernen in diejenigen verwandeln, die wir einmal gewesen sein sollen.
Purpose und Profit: kein Gegensatz, sondern Quelle.
Oft höre ich an dieser Stelle, dass jetzt nicht die passende Zeit für Purpose ist, wo doch hinten, vorne, oben, unten, kreuz & quer alles umbricht und alle schauen müssen, dass sie ihr Business ballern können. – Man kann kaum mehr irren!
Denn Purpose und Profit sind nicht nur keine Gegensätze, Purpose ist sogar die (in eigentlicher Wortbedeutung) nachhaltigste, kraftvollste und reichhaltigste Quelle für Profit. Und zwar dann, wenn aus dem Purpose Meaning wird, Bedeutung entsteht.
Bedeutung entsteht, wenn ein relevantes Anliegen erlebbar und greifbar wird, mit und durch die Produkte, mit und durch die Unternehmenskultur, mit und durch das Handeln des Unternehmens in seinem Business und darüber hinaus. Solange es bei Postings und Postern bleibt, bleibt der Purpose nur Pose. Wenn ein Unternehmen sein Anliegen authentisch lebt, entsteht die ansteckende Superkraft des bewegenden Narrativs, wie auch immer man es nennt: Brand Story, Employer Branding, Mission Statement, Leitbild.
Die 1938 gegründete amerikanische Outdoor-Sporthändler-Kette REI will als tragendes Anliegen die Menschen dazu gewinnen und bewegen, mehr Zeit in der freien Natur zu verbringen. Unter dem Claim #OptOutside setzte man 2015 eine spektakuläre Maßnahme. Am Black Friday, dem größten Umsatzfeiertag des Handels, machte REI ernst, hielt alle Geschäfte einschließlich des Online-Stores geschlossen, damit die Menschen, allen voran die Mitarbeitenden, die Feiertage in der freien Natur verbringen, anstatt shoppen zu gehen. Der Erfolg, allein was Medienberichterstattung angeht, war spektakulär, viele andere Geschäfte schlossen sich an, Nationalparks boten freien Eintritt. Eine Bewegung entstand – ein Movement für Movement, gleichsam. Wow! Was für eine Wirkung!
Das war keine einmalige Werbe-Aktion übrigens. #OptOutside wurde fortan jedes Jahr wiederholt, und 2022 erklärte das Unternehmen, künftig immer am Black Friday geschlossen zu haben und den 15.000 Mitarbeitenden den freien Tag zu schenken. Hier erfährst du mehr.
Deklaration statt Dekoration.
Unternehmen, die es schaffen, ihre Bedeutung erlebbar zu vermitteln, performen auch im Business besser. Das ist hinlänglich über viele Jahre weltweit untersucht, durch alle Branchen, Unternehmensgrößen und -arten, B2B und B2C, im Meaningful Brand Index etwa.
Die Zahlen sind eindeutig und sprechen für sich: massiv bessere KPIs bis hin zum Börsenkurs, bei weitem höhere Kaufbereitschaft, höhere Engagement Rate bei Mitarbeitenden, mehr Effizienz, Innovationskraft und Preispremium, deutlich weniger Krankenstände als bei Unternehmen, denen das fehlt. Hier geht es nicht um Außendekoration oder Zierleisten, hier geht es ums Eingemachte. Es geht ums Ganze. Die Erwartungen der Menschen, die sie an Unternehmen stellen, sei es als Arbeitgeber, sei es als B2B-Partner, sei es als Anbieter von Produkten und Dienstleistungen, haben sich massiv verändert. Wer diese neuen Erwartungen unter seinen alten Hut bringen will, hat verloren, denn der Hut brennt bereits, auch wenn man es selbst noch gar nicht sieht.
Wer sich und seine Haltung deklariert, lebt und nicht einknickt, wenn jemand querhustet, wird belohnt.
Narrative, die alle stark machen.
Wow! und Wirkung entstehen immer dann, wenn starke, auf Werten gebaute sinnzentrierte Narrative ein Unternehmen von innen heraus tragen. Dann haben alle etwas, woran sie glauben können. Dabei muss es sich mitnichten um philanthropische Aktivitäten, Sozialaktionen oder Umweltschutzmaßnahmen handeln. Das schadet freilich nie, Kern der Sache ist aber, dass wir Menschen wissen müssen, wofür wir da sind, egal auf welcher Ebene, in welcher Rolle, auf welcher Position. Dann erleben wir Relevanz, dann spüren wir Sinn, selbst dann, wenn wir es mitunter nicht in Worte fassen können.
Wir sind, wo wir sind, weil wir sind, wie wir sind, und wir sind immer so wie die Geschichten, die wir uns selbst und einander erzählen. Über uns selbst, über die Zukunft, über Wirtschaft, über das, was wir lieben, hoffen, hassen, was wir mit uns und unserem Leben anfangen wollen. Wer wir sind.
Führungskräfte, die das verstehen, wissen, dass ihre große Chance und noble Aufgabe darin besteht, Räume für die Entfaltung ihrer Teammitglieder zu schaffen, und dass sie das Gelingen ihrer Arbeit daran erkennen, indem sie sich selbst überflüssig gemacht haben. Wenn Entfaltung und Verbundenheit zusammenkommen, entsteht die Sicherheit, die es braucht, sinngetragene Aufgaben zu erfüllen, in denen sich alle Beteiligten als relevant erleben.
Das wäre eine Führungs-Geschichte, die alle stark macht. Sie erzählt von wahrhaftiger Verbundenheit von allem in allem in Vielfalt. Sie erzählt von grenzenloser Kooperation, auch und sogar in antagonistischer Kooperation, von Sinnerfahrung im Wachsen durch den eigenen Beitrag zum großen Ganzen, vom Ich, das am Du erst zum Ich wird.
Sie fächert sich in nährende Kapitel auf, mit Überschriften wie:
Mentor:innen sind die neuen Held:innen.
Füreinander ist das neue Gegeneinander.
Geist ist die neue Vernunft.
Sein ist das neue Haben.
Weltgestaltung ist das neue Arbeiten.
Purpose ist der neue Profit.
Gelingen ist das neue Gewinnen.
Ermutigen ist die neue Erziehung.
Tiefe ist das neue Mehr.
Diese Narrative eröffnen uns die fünf großen Sehnsuchtsfelder des Menschen: Verbundenheit, Entfaltung, Sicherheit, Sinn und die daraus erwachsende Relevanz. Und es ist kein Wunder, dass die Zukunftsforschung (was immer das ist) eben jene Felder für die wichtigsten der Zukunft voraussagt. Ausdrücklich auch für Unternehmen.
Der Hebel ist in Griffweite.
Wenn Unternehmen dort Mehrwert schaffen, begründen sie resiliente Beziehungen zu Mitarbeiter:innen und Kund:innen, weil sie Purpose in Bedeutung verwandeln, ein Wow! auslösen und stärkende Wirkung haben. Bitte weitersagen!
Die Wirtschaft ist längst die mächtigste Narrativ-Maschine unserer Zeit. An ihr wäre ein Hebel für Verantwortung in Griffweite drangeschraubt, den man ziehen könnte, jede:r Einzelne von uns, dort, wo wir stehen, mit dem, was wir haben, hier und jetzt.
Wenn du das machen willst für dich selbst, dein Team, dein Unternehmen und beratende Begleitung auf dem Weg vom Why zu Wow! und Wirkung brauchst, für dein sinnzentriertes tragendes Narrativ: du weißt ja, wo du mich findest. Zum Beispiel auf meiner Website markusgull.com. Dort kannst du dir ein kostenloses Erstgespräch buchen und mich mit meinem Werkzeugkasten anlocken.
Ach ja, bevor ich es vergesse: Falls jemand Tickets für Oasis abzugeben hat, bitte ebenfalls melden. Denn, wenn ich mich richtig erinnere, lautet der Titel des zweiten Oasis-Albums doch so ähnlich wie: New Story. New Glory.


